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Planspiel Cannabis, Bericht der 9ms

Am 28.09.2013 haben die Schüler der Klasse 9m/s am Planspiel Cannabis teilgenommen. Dabei ging es darum, die Gefahren des Konsums von Cannabis, also des „Kiffens“, anhand eines Rollenspiels kennenzulernen.

 

Bei der aufwändigen Organisation des Planspiels waren viele Personen beteiligt.
Danke, dass Sie uns das ermöglicht haben, u. a.:

CLEAR - die jugendspezifische Suchtberatung

pro familia

MPU 24

Gesundheitsamt Braunschweig

 

Cannabis

Was ist Cannabis?

  • Cannabis ist der lateinische Name für Hanf.
  • Die indische Hanfpflanze enthält u. a. den Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol).
  • Die beiden bekanntesten berauschenden Cannabisprodukte sind Haschisch und Marihuana:
    • Haschisch wird auch als „Dope“, „Shit“ oder „Weed“ bezeichnet. Es wird aus dem Harz, dem Pflanzensaft der Hanfpflanze, gewonnen und meist zu braunen oder schwarzen Platten und Klumpen gepresst.
    • Marihuana wird auch als „Gras“ bezeichnet. Es besteht aus den getrockneten Blüten, Blättern und Stängeln der weiblichen Hanfpflanze.

Hanfpflanze (Bildrechte: taz)

Wie wirkt Cannabis?

  • Die indische Hanfpflanze enthält u. a. den Wirkstoff THC (Tetrahydrocannabinol).
  • THC beeinflusst Stimmungen, Gefühle und Wahrnehmungen.
  • Mit THC fühlt man sich entspannt, ist kontaktfreudiger und hat eine intensivere Wahrnehmung von Farben und Geräuschen.
  • THC führt aber auch zu Ruhelosigkeit, Sinnestäuschungen, Angst und Panik.
  • Heute ist der THC-Gehalt in Cannabisprodukten übrigens viel höher als vor 10 Jahren!!!

Einige Risiken

  • Der Cannabisrausch führt zu eingeschränktem Erinnerungsvermögen, Konzentrationsschwächen und verlängerten Reaktionszeiten, ist also nichts für gute Noten in der Schule.
  • Wer Cannabis raucht, fördert das Risiko für chronische Bronchitis oder Lungenkrebs.
  • Cannabis kann psychisch abhängig machen. Nimmt man die Droge nicht, bekommt man Entzugserscheinungen (z. B. Ruhelosigkeit, Kopfschmerzen).
  • Bei häufigem Konsum kommt es meist zu Interessenlosigkeit, Antriebsarmut und Konzentrationsschwächen. Eine Folge kann sein, dass man Schule und  Freunde vernachlässigt.

 

Was ist ein Planspiel?

Unsere Klasse wurde in drei Gruppen eingeteilt. Je eine Gruppe übernahm die Rolle von Kevin, Kemal und Jessica, drei Jugendliche, die mit Cannabis erwischt wurden. Die Gruppen gingen zu verschiedenen Stationen in der Stadt, wo immer eines der Gruppenmitglieder in die Rolle des Jugendlichen geschlüpft ist.

Zum Schluss fuhren wir alle wieder zum Jugendzentrum zurück und erfuhren, was die anderen Gruppen gemacht hatten. Wir fanden diesen Tag sehr interessant und informativ. Es war sehr interessant einmal sehen zu dürfen, was passieren würde.

Am Ende waren alle ziemlich schockiert über die Folgen des Cannabis-Konsums.

Kevin

Wir haben die Rolle von Kevin übernommen, einem 17-Jährigen, der seinen Rollerführerschein verloren hat, weil er unter Drogeneinfluss am Steuer erwischt wurde. Er hatte als erstes einen Termin bei der Clear-Drogenberatungsstelle, da er regelmäßig kiffte. Dort werden solchen Leuten Gespräche angeboten. Zum ersten Mal wurde ihm klar, was das Kiffen, in Bezug auf sein weiteres Leben, zur Folge hat. Außerdem wurden ihm Hilfen zum Stoppen des Konsums angeboten.

Danach mussten wir zur Polizei, wo Kevin verhört wurde. Die Polizistin war erstaunlich nett und das Verhör für uns Zuschauer locker, für unseren Kevin nicht ganz so. Kevin durfte die Aussage verweigern, wenn er wollte. Die Daten wurden später noch an die Staatsanwaltschaft weitergegeben. Kevin hat also einen Eintrag in der Akte, was ihm später Probleme machen kann, z. B. wenn er seinen Führerschein fürs Auto machen möchte.

Dann fuhren wir zur MPU-24. Hier kann man sich auf die medizinisch-psychologische Untersuchung (= Idiotentest) vorbereiten lassen. Kevin war noch in der Probezeit, deshalb müsste er solch ein Seminar besuchen und bezahlen. Um seinen Führerschein wieder zu bekommen, müsste er außerdem regelmäßig zu Drogentests gehen. Die sind ziemlich teuer und er muss ein halbes bis ein ganzes Jahr absolut clean bleiben. Die Kosten lagen insgesamt bei ca. 3000 €!!! Den Führerschein fürs Auto könnte er wohl erst einmal vergessen. Damit hätte er dann wohl ein Problem bei seiner Ausbildungsstelle.

Kevin wird bei der Polizei verhört (Bildrechte: Braunschweiger Präventionsrat)

 

Kemal

Kemal wurde auf dem Schulhof beim Dealen mit Cannabis erwischt.

Erste Station: Polizei

Eine Person wurde ausgewählt, um als Kemal verhört zu werden. Diese Person war Ali. A. Wir haben die Information bekommen, dass alle Beteiligten befragt werden, außerdem haben wir erfahren, dass man - wenn man will - einen Rechtsanwalt einschalten kann. Die Vernehmung wurde in zwei Bereiche gegliedert: Einmal über die Person und einmal über den Vorfall allein. Die Fragen wurden detailliert gestellt.

Zweite Station: Jugendgerichtshilfe

Daniel V. hat Kemal gespielt. Bei der Jugendgerichtshilfe wurde Kemal vor dem Gerichtstermin beraten. Der Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe muss einen detaillierten Bericht für den Jugendrichter schreiben. In diesem Bericht muss er unter anderem beschreiben, ob Kemal zu dem Zeitpunkt der Tat im Stande war zu verstehen, dass er eine Straftat begeht und dies Folgen hat.

Dritte Station: Gericht

Kemal (wieder Daniel V.) ist nach einer Beratung bei der Jugendgerichtshilfe mit dem Mitarbeiter zusammen in das Gericht gegangen, wo die Sitzung mit einem Jugendrichter stattfand. Als erstes wurde Kemals Anklage vorgelesen. Danach wurde Kemal noch mal ausführlich befragt und sollte selbst Stellung zu seiner Tat nehmen. Der Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe hat im Gericht von Kemals sozialem Umfeld gesprochen und dem Richter seine Situation erklärt. Am Ende wurde ihm klar gemacht, was auf Grund von Beweisen und Aussagen für Strafen auf Kemal warten. Diese waren: ein 5-seitiger Aufsatz über Drogengeschäfte und ihre Folgen und wie er meint aufzuhören; 6 Monate „drogenfrei“ – Nachweise; ein Besuch bei CLEAR; 700 € (das Geld, das er mit den Drogen verdient hat).

Kemal vor Gericht

 

Jessika

Bei dem Planspiel zum Thema Cannabis spielten wir die fiktive Person Jessika. Sie hatte diverse Probleme: Sie hat auf einer Party gekifft. Sie hat Stress mit ihren Eltern wegen ihres älteren Freundes, mit dem sie auch ungeschützt geschlafen hatte. Jetzt hat sie Angst schwanger zu sein und AIDS zu haben.

Unsere erste Station war die Jugendberatung/Erziehungsberatung (bib) am Domplatz. Dort wurden wir sehr nett von Herrn Germershausen mit Tee empfangen. Wir hatten vorher zwei Mädchen ausgesucht, die Jessika und ihre Freundin Emma spielten. Herr Germershausen beriet die beiden Freundinnen sehr verständnisvoll und wie er es in echt getan hätte.

Unsere zweite Station war profamilia an der Hamburgerstraße. Dort wurde Jessika über Schwangerschaft und AIDS beraten. Das interessante an dieser Station war, dass zwei Jungs Jessika und ihre Freundin spielten.

Die letzte Station war bei Polizei in Querum. Jessika bekam die Information, dass jeder Kontakt mit Drogen strafrechtlich verfolgt wird und dass sie noch zu weiteren Verhören erscheinen muss.

Uns beeindruckten die Professionalität, mit der das ganze Planspiel an jeder Station durchgeführt wurde und die weitreichenden Folgen, die nach einmal Kiffen auftreten.

Jessika bei der Jugendberatung/Erziehungsberatung (bib) am Domplatz (Bildrechte: Braunschweiger Präventionsrat)

 

 

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